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Zugegeben, es ist dies nicht der erste Blog zum Thema Asperger-Syndrom/High Functioning Autism/Autismus-Spektrum. Und es ist auch nicht der erste, der von jemandem auf dem Spektrum geschrieben wurde. Wenn man sich auf die Googlereise macht und oben genannte Stichwörter ins Netz schickt, wird man heutzutage nicht mehr nur in englischer, sondern auch schon in deutscher Sprache auf eine Reihe von Seiten stoßen, die von „Aspies“ (auch) über „Aspies“ und für „Aspies“ und Nicht-„Aspies“ geschrieben wurden und werden. Dies ist meiner Meinung nach eine zu begrüßende Entwicklung, da sie dazu beitragen kann, einige immer noch im medialen Diskurs und einem großen Teil der Bevölkerung weit verbreitete einseitige, zu verallgemeinernde, halbwahre oder gar schlichtweg falsche Vorstellungen darüber, was Autismus ist bzw. alles sein kann und wie (unterschiedliche) Menschen auf dem Spektrum (unterschiedlich) leben, durch die Worte jener, die für sich selbst sprechen können und wollen zu ergänzen und damit hoffentlich ein Stück weit zu korrigieren.

Ein zweites und nicht minder wichtiges Anliegen mit diesem Blog ist es mir zu versuchen, ein wenig von dem, was ich auf meiner Reise zu mir selbst (die noch lange nicht abgeschlossen ist!) durch das Lesen der Beiträge anderer Blogger/innen auf dem Spektrum an Einsichten, Anregungen und Ermunterung erfahren habe, an Menschen weiterzugeben, die – genau wie ich selbst vor gar nicht langer Zeit – vielleicht erst am Anfang ihrer Suche nach einer Antwort auf das „Warum?“ ihres So-Seins sind. Vielleicht kann sich die eine oder der andere in diesem oder jenem Punkt meiner Erzählungen wiederfinden, so wie es mir erging, als ich erstmals Erfahrungsberichte von im Erwachsenenalter diagnostizierten autistischen Frauen las. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, nicht allein zu sein mit meinen Besonderheiten, mit meinen Schwierigkeiten, aber auch mit meinen vielen kleinen, eigentümlichen Freuden, die das Leben wenn auch nicht immer leicht (ziemlich oft sogar verdammt schwer), aber meist, nun… „interessant“ machen. Es gab da draußen noch andere wie mich, und auch, wenn kein Individuum – egal, ob autistisch oder nicht – dem anderen je völlig in allem gleichen wird (Gott sei Dank!), so haben wir doch die Möglichkeit, unsere Erfahrungen auszutauschen, unsere Erfolge ebenso wie unsere Rückschläge mit anderen zu teilen und dadurch vielleicht ein kleines bisschen von diesem schönen Gefühl zu erlangen, das sich „Zuversicht“ nennt.